«Brad, wach auf, wir landen gleich.», flüsterte Eliott mir zu. Selbst in seiner leisen Stimme konnte man die Aufregung erkennen, welche jedoch gleich mit einer Durchsage erlosch. «Aufgrund von Tumulten über den östlichen Ländern, werden voraussichtlich folgende Anschlussflüge nicht mehr pünktlich erreichbar sein: LX2150 nach Palma de Mallorca, EZY7904 nach Amsterdam und 4U736 nach Köln.» hallte es aus den billigen Lautsprechern. «Sie werden am Informationsschalter in Zürich weitere Informationen erhalten. Im Namen der Australian Air entschuldigen wir uns für die Umstände und wünschen Ihnen eine sichere Weiterreise.»

«Das kann doch nicht wahr sein!», fluchte Elliot genervt, jedoch versuchte ich ihn zu beschwichtigen. «Beruhig dich Elliot, wir müssen einfach im Flughafen warten, vielleicht gibt es da sogar noch was Interessantes zu sehen.» Elliot verzog sein Gesicht und nickte.

Als wir aus dem verspäteten Flugzeug ausgestiegen sind und im Wartebereich einen Sitzplatz mit Wlan gefunden haben nutzte ich die Gelegenheit um meiner Freundin eine Nachricht zu senden. Sie war sichtlich traurig, dass wir nicht pünktlich ankommen werden, aber ich vertröstete sie mit einer Einladung zum Abendessen. Nur wir zwei. Ohne Eliott.

Die Stunden verstrichen nur langsam, ausserdem schlich sich das Jetlag an welches Eliott und mich plötzlich einholte. Eliott schlief wie ein Baby, ich jedoch konnte nicht einschlafen, ich war viel zu aufgeregt, viel zu übermüdet. Also entschied ich mich den Flughafen zu erkunden, während Eliott sein Jetlag auskurierte.

Ich strich durch die Einkaufsmeile und durch die verschiedenen Läden. Auf der anderen Seite des Ladens in dem ich gerade stand, stach mir eine Schachtel ins Auge. Ich könnte Vero eigentlich was Kleines mitbringen, dass würde sie bestimmt freuen, dachte ich mir und kaufte daraufhin die kleine rote Schachtel, welche wunderschön dekorierte Pralinen enthielt. Die junge Verkäuferin wünschte mir mit gebrochenem Englisch eine schöne Weiterreise. Zurück zu Elliot, so lange kann ich ihn nicht alleine lassen. Ich drehte mich um und stolzierte aus der kleinen Confiserie. Ich bog um die Ecke um, wahrscheinlich etwas zu übermütig und rempelte daraufhin eine junge Frau an. Sie hatte genau so wenig damit gerechnet wie ich, sie konnte sich aber, im Gegensatz zu mir, nicht mehr auf den Beinen halten und fiel daraufhin zu Boden.

«Scheisse, dass tut mir leid! Lass mich dir helfen,», sagte ich panisch, «hoffentlich ist dir nichts passiert.» «Alles halb so wild,», sie grinste und strich sich eine lockige Strähne ihrer offensichtlich rot gefärbten Haare hinter ihr linkes Ohr, «mir geht es gut.» Ich half ihr hoch und hob ihre Tasche vom Boden auf. Sie bedankte sich und wollte weitergehen, jedoch fühlte ich mich dabei nicht wohl. «Warte, wie heisst du?», fragte ich sie. «Lilith…» Sie stockte, grinste aber noch immer, wahrscheinlich freute sie sich genauso auf ihren Urlaub wie ich. «Und du?» «Ich bin Bradley,» ich räusperte mich, «hier, nimm das als Entschuldigung.» Ich reichte ihr die Schachtel Pralinen, welche eigentlich für Vero gedacht waren. Liliths grinsen wich einem überraschten Blick. «D-das muss du doch nich-» «Sicher doch, es ist das mindeste», unterbrach ich sie und lächelte. Sie nahm die Schachtel und umarmte mich. «Danke Bradley, das ist wirklich sehr lieb von dir.» sagte sie, lockerte die Umarmung und lief weiter. Sie winkte mir mit einem Lächeln zurück, was ich ebenso erwidere und machte mich auf den Weg zu Eliott, welcher meines Erstaunens immer noch wie ein Baby schlief.


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